WGMB-Marktbarometer 2025/26

Der deutsche Beratungsmarkt tritt auf der Stelle: Das Wachstum ist schwach, die Struktur im Umbruch

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Wie hat sich der Beratungsmarkt in Deutschland 2025 entwickelt?

Der deutsche Beratungsmarkt ist 2025 kaum noch gewachsen. Mit 51,4 Milliarden Euro lag das Marktvolumen lediglich um 2,8 Prozent über dem Vorjahr – deutlich weniger als in früheren Jahren und spürbar unter der Dynamik vieler internationaler Märkte. Nominal ergibt sich ein leichtes Plus, real – nach Abzug der Inflation – bleibt davon kaum Wachstum übrig. Der Befund ist eindeutig: Die Branche expandiert nicht mehr in der Breite, sondern verändert ihre Struktur. Oder zugespitzt: 2025 war kein Jahr mit mehr Beratung. Es war ein Jahr mit anderer Beratung.

Wie hat sich die Wachstumsdynamik der Beratung in den letzten 25 Jahren verändert?

Ein Blick auf die Jahre seit 2000 zeigt, dass das Wachstum der Beratungsbranche das gesamtwirtschaftliche Wachstum in Deutschland – gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – weit hinter sich gelassen hat. In den letzten 25 Jahren wurde das Wachstum der Branche nur durch große externe Schocks gebremst – 9/11, Finanzkrise und Corona. Nach dem Post-Corona-Boom normalisiert sich die Entwicklung sichtbar. Der Nachholeffekt ist jedoch weitgehend abgearbeitet, Unternehmen investieren in Anbetracht der konjunkturellen Herausforderungen selektiver.

Die Branche wächst weiter, aber etwas langsamer als im langfristigen Trend – und nur noch knapp oberhalb der Inflationsrate.

Welches ist das größte Segment des Beratungsmarktes?

Mit einem Anteil von 35,6 Prozent ist die Operations-Beratung das größte Einzelsegment des Beratungsmarktes. Es folgen die IT-Beratung mit 24,1 Prozent, die Transformationsberatung mit 20,4 Prozent sowie die Strategieberatung mit 13,5 Prozent. Die Personalberatung bildet mit 6,4 Prozent das kleinste Segment.

Der Markt ist damit klar real-gestaltend und technologieorientiert strukturiert: Mehr als die Hälfte des Gesamtvolumens entfällt auf operations- und IT-nahe Beratungsleistungen.

Welche Themen sind die Wachstumstreiber der Beratung?

Anders als in vielen früheren Jahren lag der wichtigste Treiber 2025 nicht in den allgemeinen Investitionsprogrammen der Wirtschaft. Im Gegenteil: Schwache Konjunktur, steigende Insolvenzen, Kostenprogramme und zurückhaltende Budgets bremsten klassische Beratungsfelder. Besonders konzeptionell-planerische Projekte standen unter Druck – der Strategiebereich schrumpfte um 2,1 Prozent. Viele Unternehmen verschoben langfristige Initiativen zugunsten kurzfristiger Stabilisierung.

Am stärksten expandierte die Transformationsberatung mit einem Plus von 8,8 Prozent. Programm- und Projektmanagement, Umsetzungsbegleitung und insbesondere Restrukturierung gewannen deutlich an Gewicht. Allein Sanierungs- und Restrukturierungsprojekte wuchsen um über 20 Prozent – ein Spiegel der wirtschaftlichen Lage vieler Industrieunternehmen. Entsprechend rückten operative Eingriffe und Krisenbewältigung stärker in den Fokus.

Auch die IT-Beratung entwickelte sich mit einem Plus von 6 Prozent überdurchschnittlich. Getrieben wurde sie weniger durch klassische Systemeinführungen als durch Governance-, Sicherheits- und Architekturthemen. Cybersecurity legte zweistellig zu, während Anwendungen und Plattformprojekte nur moderat wuchsen. Unternehmen investierten selektiv – vor allem dort, wo regulatorische Anforderungen, Risiken oder Effizienzgewinne unmittelbar sichtbar waren, aber auch aus strategischer Vorsicht, um bei Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz nicht den Anschluss zu verlieren.

Stabil, aber kaum dynamisch blieb das größte Segment der Branche: Die Operations-Beratung wuchs nur um 0,7 Prozent. Effizienzprogramme, Initiativen zur Stärkung der Supply-Chain-Resilienz und produktionsnahe Projekte hielten die Nachfrage aufrecht, konnten jedoch die Zurückhaltung bei Marketing-, Vertriebs- und Organisationsprojekten nicht vollständig kompensieren.

Wie wird sich die Beratungsbranche in Zukunft verändern?

Viele zentrale Fragestellungen lassen sich heute nicht mehr konzeptionell beantworten, sondern verlangen Umsetzungskompetenz. Künstliche Intelligenz erfordert Daten, Infrastruktur und Betrieb; Cybersecurity dauerhaft angelegte Services; Transformation erfordert Implementierung;  Resilienz braucht operative Eingriffe in Prozesse und Lieferketten; Plattformstrategien brauchen Integration und Systembetrieb.

Damit ändern sich die Leistungsanforderungen an Beratung grundlegend. Strategische, technologische und organisationale Expertise greifen ineinander, und die Grenzen zwischen Management-, IT- und Personalberatung verlieren an Trennschärfe.

Parallel erweitern viele Anbieter ihr Portfolio über klassische Beratung hinaus – etwa um Implementierung, Systemintegration oder Managed Services. Der Markt verschiebt sich damit strukturell von „reiner Beratung“ hin zu integrierten Leistungsmodellen aus Strategie, Umsetzung und Betrieb. Beratung entfernt sich damit vom klassischen Projektgeschäft. Immer häufiger stehen messbare Resultate im Mittelpunkt; Vergütung und Leistungslogik orientieren sich stärker an klar definierten Wirkungszielen. Gleichzeitig rücken Delivery und Betrieb näher an die Beratung heran: Implementierung, Plattformaufbau und langfristige Transformationsprogramme werden zum festen Bestandteil langfristiger Kundenbeziehungen.

Welche Branchen sind die größten Beratungskunden?

Ein Großteil der Beratungsnachfrage konzentriert sich auf wenige Branchen.

Die produzierende Industrie bleibt trotz konjunktureller Abkühlung mit 29,1 Prozent Marktanteil der größte Abnehmer von Beratungsleistungen, gefolgt von Finanzdienstleistern (21,4 Prozent) und der öffentlichen Hand (9,5 Prozent). Weitere Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel, Telekommunikation, IT, Medien sowie Versorgungs- und Transportsektoren machen zusammen 40,0 Prozent aus.

Wie entwickelt sich die Beratungsnachfrage in einzelnen Sektoren?

Die Entwicklung der Beratungsnachfrage zeigte 2025 ein klares Muster: Wachstum entstand vor allem in Branchen, in denen regulatorische Vorgaben, Investitionsdruck oder staatliche Programme unmittelbaren Handlungsbedarf auslösten. Die produzierende Industrie blieb zwar wichtigster Nachfrager, wuchs insgesamt jedoch nur verhalten. Während Automotive und Prozessindustrien leicht zulegten, blieb der Maschinen- und Anlagenbau schwach.

Stabiler entwickelte sich die Nachfrage in staatlichen und regulierten Bereichen. Öffentliche Auftraggeber, Finanzdienstleister, Versorger und Einrichtungen des Gesundheitswesens bauten ihre Beratungsaktivitäten aus.

Lesen Sie die Details zu den einzelnen Sektoren in den folgenden Abschnitten.

Automobilbau

Die deutsche Automobilindustrie stand 2025 weiterhin unter erheblichem Transformationsdruck. Zwar stabilisierten sich Produktions- und Absatzvolumina, doch Kostenbelastungen und strukturelle Anpassungen hielten den Druck auf Margen und Investitionen hoch. Der Beratungsbedarf entwickelte sich moderat und blieb hinter der Dynamik früherer Jahre zurück. Wachstumstreiber waren vor allem Restrukturierungs- und Transformationsprogramme, während Budgetrestriktionen dämpfend wirkten.

Handlungsdruck bestand vor allem bei Effizienz und Kosten. Hersteller und Zulieferer setzten Programme zur Straffung von Strukturen, zur Anpassung von Standorten und zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit um. Parallel dazu gewann der Umbau hin zu softwarebasierten Fahrzeugarchitekturen weiter an Gewicht – ebenso wie Investitionen in datengetriebene Entwicklung, KI-gestützte Produktionsoptimierung und digitale Plattformen.

Die wichtigsten Beratungsthemen waren: (1) Transformation der Wertschöp-fung: Unterstützung bei Restrukturierungen, Performanceprogrammen und der Neuausrichtung von Organisations- und Produktionsstrukturen. (2) Elektromobilität und Software: Projekte rund um Plattformstrategien, Batterieversorgung, digitale Fahrzeugarchitekturen und datenbasierte Geschäftsmodelle. (3) Lieferketten und neue Märkte: Aufbau resilienter Beschaffung sowie Diversifikation einzelner Zulieferer – gegen Jahresende auch in Richtung rüstungsnaher Industrien.

Maschinenbau, Anlagenbau, Industriegüter

Der Maschinen- und Anlagenbau sowie der Industriegütersektor waren 2025 konjunkturell schwach. Auftragseingänge und Investitionen blieben verhalten. Hohe Kosten und ein schwieriges internationales Umfeld belasteten das Geschäft zusätzlich. Der Beratungsbedarf ging leicht zurück und wurde vor allem von Effizienzinitiativen und einzelnen Transformationsprojekten getragen. Gegen Jahresende sorgten zusätzliche Impulse aus rüstungsnahen Aufträgen in Teilsegmenten für eine punktuelle Belebung.

Im Mittelpunkt standen operative Verbesserungen und strukturelle Anpassungen. Unternehmen überprüften ihre Kapazitäten, verschlankten Organisationen und richteten Produktions- und Vertriebsstrukturen stärker auf volatile Märkte aus. Gleichzeitig gewann die Digitalisierung weiter an Bedeutung – mit Themen wie Smart Factory, Industrie 4.0 und Datenintegration.

Die wichtigsten Beratungsthemen waren: (1) Effizienz und Neuausrichtung: Unterstützung bei Kostenprogrammen, Kapazitätssteuerung und organisatorischen Anpassungen des Operating Models. (2) Digitalisierung der Industrie: Projekte rund um Automatisierung und Datenintegration, zunehmend geprägt von Industrial AI, Predictive Maintenance, Digital Twins und cloudbasierten Produktionslösungen. (3) Markt- und Lieferkettenanpassung: Aufbau resilienter Beschaffung sowie Erschließung neuer Nachfragefelder – mit Stichworten wie Supply-Chain-Resilienz, Nearshoring, Dual-Use-Technologien und einer punktuellen Diversifikation in rüstungsnahe Anwendungen.

Prozessindustrie

Die deutsche Prozessindustrie, zu der unter anderem die Chemie-, Petrochemie-, Pharma- und Biotechnologiebranchen zählen, stand 2025 weiter unter erheblichem Anpassungsdruck. Hohe Energie- und Rohstoffkosten, regulatorische Anforderungen und ein schwaches industrielles Umfeld belasteten Teile der Branche. Der Beratungsbedarf legte leicht zu und wurde vor allem durch Transformations-, Energie- und Regulierungsthemen getragen.

Im Mittelpunkt standen strukturelle und operative Anpassungen. Unternehmen überprüften Produktionsstandorte, optimierten Kostenstrukturen und richteten ihre Wertschöpfung stärker auf resiliente Lieferketten aus. In einzelnen Segmenten wurden zudem Kapazitäten verlagert und Strukturen angepasst. Gleichzeitig gewannen Transformationsprojekte rund um Nachhaltigkeit, Dekarbonisierung und regulatorische Anforderungen weiter an Bedeutung.

Die wichtigsten Beratungsthemen waren: (1) Effizienz und Standortstrategien: Unterstützung bei Kostenprogrammen, Kapazitätsanpassungen und der Weiterentwicklung globaler Produktionsnetzwerke. (2) Nachhaltigkeit und Regulierung: Projekte zu Dekarbonisierung, ESG-Reporting, Energieeffizienz und neuen regulatorischen Anforderungen. (3) Digitalisierung und Forschung: Ausbau datengetriebener Produktionssteuerung, Automatisierung sowie Initiativen zur Beschleunigung von Forschung und Entwicklung, insbesondere in pharma- und biotechnologischen Bereichen.

Telekommunikation, IT, Medien

Die Branchen Telekommunikation, IT und Medien standen 2025 weiter im Zeichen tiefgreifender technologischer und struktureller Veränderungen. Investitionen in Cloud, Plattformen und KI, steigender Wettbewerbsdruck sowie anhaltende Erlösverschiebungen im Mediengeschäft prägten das Umfeld vieler Unternehmen. Der Beratungsbedarf legte überdurchschnittlich zu und wurde vor allem durch Transformations-, Technologie- und Geschäftsmodell-themen getragen.

Im Fokus standen strategische und operative Anpassungen. Unternehmen modernisierten IT-Architekturen, bauten digitale Plattformen aus und richteten ihre Organisation stärker auf datengetriebene Geschäftsmodelle aus. Gleichzeitig rückten Monetarisierung, Effizienz und Portfolioentscheidungen stärker in den Mittelpunkt, insbesondere im Medienbereich und bei Telekommunikationsanbietern mit hohem Investitionsdruck.

Die wichtigsten Beratungsthemen waren: (1) Technologie und Plattformen: Unterstützung bei Cloud-Transformation, Datenstrategien, KI-Anwendungen und dem Ausbau digitaler Infrastrukturen. (2) Geschäftsmodelle und Mone-tarisierung: Projekte zur Weiterentwicklung digitaler Erlösmodelle, Plattformstrategien und Portfolioanpassungen. (3) Effizienz und Organisation: Programme zur Optimierung von Kostenstrukturen, Operating Models und Investitionssteuerung, insbesondere vor dem Hintergrund hoher Infrastruktur- und Innovationsausgaben.

Konsumgüter

Die Konsumgüterindustrie bewegte sich 2025 in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Die Nachfrage blieb schwankend, Preissensibilität und Wettbewerbsdruck nahmen zu. Viele Unternehmen standen unter dem Zwang, Kosten zu kontrollieren und gleichzeitig ihre Marken- und Innovationskraft zu sichern. Der Beratungsbedarf entwickelte sich moderat und blieb damit knapp über dem Niveau der Vorjahre.

Im Fokus standen vor allem Markt- und Vertriebsthemen. Hersteller passten Sortimente, Preisstrategien und Vertriebsmodelle an veränderte Konsum-gewohnheiten an. Gleichzeitig gewannen datenbasierte Steuerung, digitale Vertriebskanäle und Effizienzprogramme entlang der Wertschöpfungskette weiter an Bedeutung. Zugleich verschärften sich die Verhandlungen zwischen Herstellern und Handel. Preis- und Margenkonflikte, die teilweise in temporären Auslistungen einzelner Produkte mündeten, belasteten das Marktumfeld zusätzlich.

Die wichtigsten Beratungsthemen waren: (1) Markt- und Vertriebsstrategien: Unterstützung bei Preisarchitektur, Portfolioanpassung und der Weiterentwicklung von Omnichannel-Ansätzen. (2) Effizienz und Kosten: Programme zur Optimierung von Supply Chain, Produktion und Overheadstrukturen. (3) Digitalisierung und Kundenfokus: Ausbau datengetriebener Entscheidungsmodelle, stärkere Nutzung digitaler Vertriebskanäle sowie neue Ansätze zur Kundenbindung und Markenführung.

Einzelhandel

Der Einzelhandel stand 2025 weiter unter hohem Wettbewerbs- und Kostendruck. Konsumzurückhaltung, steigende Betriebskosten und ein intensiver Preiswettbewerb prägten das Umfeld vieler Anbieter. Der Beratungsbedarf entwickelte sich moderat und wurde vor allem durch Effizienz-, Vertriebs- und Transformationsprojekte getragen.

Im Fokus standen operative Anpassungen und strategische Neuausrichtungen. Händler optimierten Filialnetze, stärkten digitale Vertriebskanäle und passten Sortimente sowie Preisstrategien an veränderte Konsumgewohnheiten an. Gleichzeitig gewannen Kostenprogramme, Lieferkettensteuerung und die Sicherung der Profitabilität weiter an Bedeutung, insbesondere im Non-Food- und Modebereich. Zudem rückten Flächenproduktivität, der Ausbau von Handelsmarken sowie eine höhere Aktions- und Preisdynamik stärker in den Fokus. Der Wettbewerbsdruck durch Plattformanbieter und internationale Onlinehändler verstärkte den Anpassungsdruck zusätzlich.

Die wichtigsten Beratungsthemen waren: (1) Vertrieb und Omnichannel: Unterstützung bei der Verzahnung stationärer und digitaler Kanäle, Plattformstrategien und datenbasierter Kundenansprache. (2) Effizienz und Kosten: Programme zur Optimierung von Filialstrukturen, Logistik, Einkauf und Overheadkosten. (3) Organisation und Geschäftsmodelle: Projekte zur Anpassung von Sortimentsstrategien, Eigenmarken und Servicekonzepten sowie zur Weiterentwicklung digitaler Geschäftsmodelle.

Banken

Der Bankensektor stand 2025 weiterhin vor strukturellen Herausforderungen. Zinsentwicklung, steigende regulatorische Anforderungen und intensiver Wettbewerb setzten viele Institute unter Anpassungsdruck. Gleichzeitig stabilisierte sich das operative Geschäft, während Investitionen in Digitalisierung und Effizienz hoch blieben. Der Beratungsbedarf legte moderat zu und wurde vor allem durch Transformations- und Regulierungsthemen getragen.

Im Fokus standen organisatorische und technologische Anpassungen. Banken modernisierten IT-Landschaften, optimierten Prozesse und richteten ihre Geschäftsmodelle stärker auf digitale Kundeninteraktion aus. Parallel dazu gewannen Kostenprogramme und strukturelle Neuausrichtungen an Bedeutung, insbesondere bei Regional- und Spezialbanken. Zugleich nahm der Druck zur Konsolidierung zu, Kooperationen wurden ausgeweitet und Vertriebsstrukturen weiter angepasst.

Die wichtigsten Beratungsthemen waren: (1) Regulierung und Risiko: Unterstützung bei Compliance, Reporting, Governance und Risikosteuerung. (2) Digitalisierung und IT-Transformation: Projekte zur Modernisierung von Kernbankensystemen, Automatisierung von Prozessen sowie der zunehmende Einsatz von KI-gestützten Anwendungen in Vertrieb, Risiko und Operations. (3) Effizienz und Geschäftsmodelle: Programme zur Kostenoptimierung, Organisationsanpassung und Weiterentwicklung von Vertriebs- und Produktstrategien.

Versicherungen

Die Versicherungsbranche stand 2025 weiterhin unter Anpassungsdruck. Steigende Schadenkosten, regulatorische Anforderungen und intensiver Wettbewerb bestimmten das Umfeld vieler Anbieter. Gleichzeitig blieb das Geschäft stabil, während Investitionen in Digitalisierung und Effizienz hoch blieben. Der Beratungsbedarf legte moderat zu und wurde vor allem durch Transformations- und Regulierungsthemen getragen.

Im Fokus standen strukturelle und operative Anpassungen. Versicherer modernisierten IT-Systeme, automatisierten Prozesse und richteten ihre Geschäftsmodelle stärker auf digitale Kundeninteraktion aus. Parallel dazu gewannen Kostenprogramme, Produktanpassungen und Effizienzinitiativen an Bedeutung, insbesondere im Schadenmanagement und in der Bestandsverwaltung. Zugleich rückten Tarifierung, Portfoliosteuerung und die Profitailität einzelner Sparten stärker in den Fokus strategischer Initiativen.

Die wichtigsten Beratungsthemen waren: (1) Regulierung und Governance: Unterstützung bei Reporting, Compliance, Solvency-Anforderungen und Risikosteuerung. (2) Digitalisierung und Operations: Projekte zur Moderni-sierung von Kernsystemen, Automatisierung von Prozessen und zum Einsatz datenbasierter Anwendungen in Underwriting, Vertrieb und Schaden. (3) Effizienz und Geschäftsmodelle: Programme zur Kostenoptimierung, Weiterentwicklung von Produktportfolios sowie zur Stärkung digitaler Vertriebs- und Servicekanäle.

Transport Tourismus, Gastgewerbe

Die Branchen Transport, Tourismus und Gastgewerbe bewegten sich 2025 weiter in einem anspruchsvollen Umfeld. Die Nachfrage stabilisierte sich zwar in vielen Segmenten, doch hohe Kosten, volatile Märkte und strukturelle Anpassungen prägten das Geschäft. Der Beratungsbedarf entwickelte sich verhalten und wurde vor allem durch Effizienz- und Organisationsprojekte getragen.

Im Fokus standen operative Verbesserungen und strukturelle Anpassungen. Logistikunternehmen optimierten Netzwerke und Prozesse, Fluggesellschaften passten Kapazitäten und Kostenstrukturen an, und Hotel- sowie Tourismusanbieter richteten ihre Geschäftsmodelle stärker auf digitale Vertriebskanäle und schwankende Nachfrage aus. Gleichzeitig gewannen Personalthemen, Preissteuerung und die Sicherung der Profitabilität weiter an Bedeutung. Zudem rückten die Stabilität internationaler Lieferketten, eine flexible Kapazitätssteuerung im Luftverkehr sowie Maßnahmen zur Sicherung von Servicequalität stärker in den Mittelpunkt.

Die wichtigsten Beratungsthemen waren: (1) Effizienz und Kosten: Programme zur Optimierung von Betriebsabläufen, Kapazitäten und Kostenstrukturen. (2) Digitalisierung und Vertrieb: Projekte rund um Plattformstrategien, datenbasierte Nachfrageprognosen und digitale Kundeninteraktion. (3) Organisation und Geschäftsmodelle: Unterstützung bei strukturellen Anpassungen, Portfolioentscheidungen und der Weiterentwicklung von Angebots- und Servicekonzepten.

Versorgungsunternehmen

Versorgungsunternehmen standen 2025 weiter unter starkem strukturellem und regulatorischem Druck. Energiewende, Netzausbau, Investitionsprogramme sowie steigende Anforderungen an Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit prägten das Umfeld. Der Beratungsbedarf legte überdurchschnittlich zu und wurde vor allem durch Transformations-, Infrastruktur- und Regulierungsthemen getragen.

Im Fokus standen strategische und operative Anpassungen. Energieversorger, Wasser- und Abfallunternehmen sowie kommunale Stadtwerke modernisierten Netze und Anlagen, entwickelten Investitionsprogramme weiter und passten ihre Organisation an neue regulatorische Rahmenbedingungen an. Gleichzeitig gewannen Kostensteuerung, Projektmanagement und die Sicherung langfristiger Finanzierung an Bedeutung. Der hohe Investitionsbedarf sowie begrenzte interne Umsetzungskapazitäten verstärkten zusätzlich den Einsatz externer Unterstützung.

Die wichtigsten Beratungsthemen waren: (1) Infrastruktur und Transformation: Unterstützung bei Netzausbau, Dekarbonisierung, Investitionsplanung und langfristigen Transformationsprogrammen. (2) Regulierung und Steuerung: Projekte zu Governance, Reporting, Förderprogrammen und regulatorischer Umsetzung. (3) Organisation und Effizienz: Programme zur Optimierung von Operating Models, Projektsteuerung und Kostenstrukturen, insbesondere bei kommunalen Versorgern und Stadtwerken.

Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen stand 2025 weiter unter hohem strukturellem Anpassungsdruck. Reformdiskussionen im Krankenhausbereich, steigende Kosten, Fachkräftemangel und regulatorische Anforderungen prägten das Umfeld vieler Akteure. Der Beratungsbedarf entwickelte sich überdurchschnittlich, getragen vor allem durch Restrukturierungs-, Organisations- und Digitalisierungsprojekte.

Im Fokus standen strukturelle Anpassungen und operative Verbesserungen. Krankenhäuser und andere Leistungserbringer überprüften ihre Standorte, Prozesse und Leistungsportfolios, während Kostendruck und Personalmangel Effizienzprogramme vorantrieben. Gleichzeitig gewann die Digitalisierung medizinischer und administrativer Abläufe weiter an Bedeutung – von Dokumentation und Abrechnung bis hin zu datenbasierter Steuerung von Versorgung und Kapazitäten.

Die wichtigsten Beratungsthemen waren: (1) Restrukturierung und Organisation: Unterstützung bei Standort- und Leistungsstrategien sowie organisa-torischen Neuausrichtungen im Zuge von Reformen. (2) Digitalisierung und Prozesse: Projekte rund um IT-Modernisierung, Datenintegration, Abrechnungssysteme und digitale Patienten- und Versorgungsprozesse. (3) Steuerung und Effizienz: Programme zur Verbesserung von Kostenstrukturen, der Personalsteuerung und der Wirtschaftlichkeit medizinischer Einrichtungen und Kostenträger.

Öffentliche Hand

Die Öffentliche Hand stand 2025 im Zeichen politischer Neujustierungen und anhaltenden Modernisierungsdrucks in Verwaltung und Bildung. Neue Prioritäten nach der Bundestagswahl und wachsende regulatorische Anforderungen prägten das Jahr. Insgesamt entwickelte sich der Beratungsbedarf der Öffentlichen Hand dynamischer als in privatwirtschaftlichen Branchen; politische Zyklen, steigende Programmvolumina und begrenzte interne Umsetzungskapazitäten wirkten als zentrale Nachfrageimpulse.

Im Fokus standen Verwaltungsmodernisierung, Prozessoptimierung und der Ausbau digitaler Angebote für Bürgerinnen und Bürger. Behörden und öffentliche Einrichtungen passten ihre Strukturen an neue politische Vorgaben an, entwickelten laufende Programme weiter und stärkten ihre Umsetzungsfähigkeit. Parallel dazu nahm die Nutzung externer Unterstützung bei großen Transformationsvorhaben zu, insbesondere in IT-Projekten, Förder-programmen, ressortübergreifenden Initiativen sowie sicherheits- und verteidigungspolitischen Programmen.

Die wichtigsten Beratungsthemen waren: (1) Digitalisierung und Verwal-tungsmodernisierung: Unterstützung bei E-Government, Plattformlösungen und Prozessautomatisierung. (2) Organisation und Programme: Begleitung von Strukturreformen, Prioritätensetzung sowie Konzeption und Umsetzung politischer Initiativen nach der Wahl. (3) Steuerung und Effizienz: Projekte zur Verbesserung von Governance, Projektmanagement und Ressourceneinsatz, insbesondere bei großen Investitions- und Transformationsprogrammen.

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Wissenschaftliche Gesellschaft für Management und Beratung (2026): Marktbarometer 2025/26. URL: https://wgmb.org/marktbarometer-25-26/

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Das WGMB-Marktbarometer analysiert die Entwicklung des Beratungsmarkts in Deutschland 2025/26 und identifiziert zentrale Nachfragefelder, strukturelle Veränderungen und strategische Herausforderungen für Unternehmen.